Picanha kommt besonders gut über echtem Feuer zur Geltung. Die Fettschicht schützt das Fleisch vor direkter Hitze und sorgt gleichzeitig für Geschmack, Saftigkeit und eine intensive Kruste. Genau deshalb sieht man dieses Stück Rindfleisch immer häufiger auf Plancha- oder Grillring-BBQ-Systemen, bei denen hohe Temperaturen und kontrollierte Hitzezonen zusammenkommen.
Wer Picanha über offenem Feuer zubereitet, merkt schnell, dass Timing wichtiger ist als komplizierte Techniken. Zu viel Hitze lässt das Fett verbrennen, bevor das Fleisch gar ist. Zu wenig Hitze sorgt dagegen für zu wenig Kruste. Ein stabiles Holzfeuer mit ausreichend Glut macht hier den entscheidenden Unterschied.
Für größere Gruppen ist Picanha außerdem besonders praktisch. Das Fleisch kann langsam am Rand des Feuers ruhen, während zwischendurch immer wieder dünne Scheiben abgeschnitten werden. Genau das passt perfekt zu entspanntem Outdoor-Cooking, bei dem alle rund um das Feuer sitzen bleiben.
Welche BBQ eignet sich für Picanha?
Eine breite Stahlplatte oder ein Grillring bietet viel Kontrolle über verschiedene Temperaturzonen. Auf einer Grillring-BBQ kannst du die Picanha zuerst direkt über hoher Hitze anbraten und anschließend am äußeren Rand langsam weitergaren.
Auch eine Plancha-BBQ funktioniert hervorragend für Picanha. Besonders dann, wenn das Fleisch zuerst indirekt auf Temperatur gebracht und anschließend kurz scharf angegrillt wird, um zusätzliche Kruste zu erzeugen. Die Fettschicht schmilzt dabei langsam aus, ohne ständig Flammen zu verursachen.
Auf einer offenen Feuerschalen-BBQ entsteht dagegen mehr direkter Kontakt mit dem Feuer. Das sorgt für ein kräftigeres Grillaroma, verlangt aber etwas mehr Aufmerksamkeit bei Fettflammen und Temperaturkontrolle.
Warum die Fettschicht entscheidend ist
Picanha ohne Fettschicht verliert einen großen Teil ihres Charakters. Während des Garens schmilzt das Fett langsam ins Fleisch und schützt gleichzeitig vor dem Austrocknen. Über offenem Feuer hilft diese Fettschicht außerdem dabei, aggressive Unterhitze abzufangen.
Viele machen den Fehler, die Fettschicht tief einzuschneiden. Kleine, oberflächliche Einschnitte reichen völlig aus. Dadurch schmilzt das Fett gleichmäßiger, ohne dass das Fleisch unnötig Feuchtigkeit verliert.
Bei hoher Hitze entsteht oft ein dünner knuspriger Rand am Fett. Genau dieser Kontrast zwischen geröstetem Fett und rosé gegartem Fleisch macht Picanha ideal für Holzfeuer.
Direkt oder indirekt garen?
Picanha profitiert meistens von einer Kombination aus beidem. Zuerst langsam außerhalb der heißesten Zone auf Temperatur bringen, danach kurz direkt über der Hitze für Farbe und Kruste.
Bei dickeren Stücken verhindert diese Methode, dass die Außenseite zu dunkel wird, während der Kern noch roh bleibt. Gerade über Holzfeuer ist das wichtig, weil sich die Hitze ständig verändert.
Wer dünnere Picanha-Steaks schneidet, kann dagegen vollständig direkt grillen. Dann funktioniert eine extrem heiße Stahlplatte oder ein Grillring besonders gut für schnelle Karamellisierung.
Holzkohle oder Holzfeuer?
Für Picanha liefert Hartholz oft mehr Tiefe als klassische Holzkohle. Eiche und Buche erzeugen eine stabile Glut mit genügend Hitze für eine kräftige Kruste. Weichere Holzsorten verbrennen schneller und sorgen für weniger konstante Temperaturen.
Ein komplett loderndes Feuer eignet sich weniger gut als ein Bett aus glühender Holzkohle. Besonders das Fett der Picanha verursacht sonst schnell hohe Flammen, die die Außenseite bitter werden lassen.
Eine kleine aktive Feuerzone neben der Glut funktioniert praktisch. Dadurch kannst du zwischendurch Hitze aufbauen, ohne die gesamte Grillfläche zu stören.
Wann ist Picanha fertig?
Picanha wird meistens zwischen Medium Rare und Medium serviert. Dadurch bekommt die Fettstruktur genug Zeit, weich zu werden, ohne dass das Fleisch trocken wirkt.
Lass das Fleisch nach dem Grillen immer einige Minuten ruhen. Über offenem Feuer steigt die Kerntemperatur oft noch leicht an. Schneide anschließend immer quer zur Faser, damit das Fleisch zarter wirkt.
Bei größeren Stücken funktioniert das Servieren in mehreren Runden besonders gut. Schneide jeweils einige Scheiben ab und lege den Rest bei Bedarf noch kurz zurück an den Rand des Feuers. So bleibt das Fleisch warm, ohne weiterzugaren.


